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Bodenwerders "Halbes Pferd" wird 50 Jahre alt
von karin beißner Bodenwerder. Es ist wieder Saison im Weserbergland, und mit der Sonne kommen auch wieder viele Besucher nach Bodenwerder. Ein begehrtes Fotomotiv für viele von ihnen ist auf dem Gutshofgelände der Brunnen mit dem halben Pferd. Wie viele Gäste mögen unseren verdutzten Münchhausen wohl schon auf dem Foto festgehalten haben? Und nicht nur auf dem Foto, denn die Ohren des Pferdes sind vom vielen Anfassen schon ganz blank geworden. Und seit neustem trägt der Herr Baron auch farbige Knöpfe an seiner Jacke, ein Witzbold hat sie rot bemalt. Bei jeder Stadtführung wird am Brunnen Münchhausens unglaubliche Geschichte erzählt.
Aber wer hat einst dieses Kunstwerk geschaffen? Wer sich einmal die Mühe macht und sich herunterbeugt, um das kleine Messingschild am Sockel zu lesen, findet dort nicht etwa wie am Stadtbrunnen den Namen des Künstlers, sondern erfährt nur: "Kein Trinkwasser."
1962 feierte die Stadt ihr 675-jähriges Bestehen und wollte mit dem Brunnen etwas Bleibendes für den Ort schaffen. Was lag da näher als eine Würdigung des großen Sohnes der Stadt Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen. Mit der Erstellung des Brunnens wurde am 29. Januar, dem Datum der Stadtrechtsverleihung, Bruno Schmitz beauftragt, ein Künstler, der seit einigen Jahren in Kirchbrak und der Rühler Schweiz seinen Wohnsitz hatte und schon die Venusfigur an der Münchhausen-Grotte, die im Krieg durch die Amerikaner zerstört worden war, wiederhergestellt hatte.
Bruno Schmitz wurde 1920 in Gütersloh geboren und machte zunächst eine Ausbildung im väterlichen Natursteinbetrieb. Anschließend begann er sein Studium an der Werkkunstschule in Bielefeld. Die Kriegszeit, er musste an die Front, unterbrach seine Studien immer wieder. Nach Kriegsende arbeitete er als freischaffender Künstler, bis ihn eine schwere Erkrankung seines Vaters zwang, die Geschäftsführung des Betriebes zu übernehmen und seine künstlerische Tätigkeit zu unterbrechen. Nach dem Tod des Vaters zog er ins Weserbergland. Der vielseitig begabte Künstler erhielt Aufträge zur Gestaltung mehrerer Kirchen in der Umgebung. Nur wenige aber wissen, dass er in Bodenwerder nicht nur den Münchhausen-Brunnen schuf, sondern 1962 auch entscheidend zur Neugestaltung der Stadtkirche St. Nicolai beigetragen hat. Er schuf den steinernen Altar mit dem Relief eines liegenden Lammes und gestaltete die Bronzeplastiken an der Kanzel und am Betpult sowie das Altarkreuz, den Osterleuchter und den Deckel des Taufbeckens.
1962 war der Künstler nach Hohe übergesiedelt und baute die dortige Pfarrscheune zum Atelier um. Hier entstand dann auch der Brunnen mit der berühmten Münchhausenfigur. Im September 1963 fand sie mit einer feierlichen Einweihung ihren Platz auf dem Gutshofgelände. Neben einigen hundert Zuschauern waren damals auch Rundfunk und Fernsehen anwesend, als Bruno Schmitz sein Werk enthüllte und es an Bürgermeister Sagebiel übergab. Dabei berichtete er von den Schwierigkeiten, die er bei der Lösung der etwas "delikaten, wenn nicht sogar unästhetischen Aufgabe, das halbierte Pferd" darzustellen, gehabt habe. Während der Arbeit habe er immer den Fabulierer Münchhausen vor Augen gehabt, und sein Gesicht habe er so zu gestalten versucht, "wie es der Mensch Münchhausen als Sohn der Stadt Bodenwerder haben könnte." Dass ihm das ausgezeichnet gelungen sei, versicherte ihm der damalige Landeskonservator Dr. Dr. Reuter, der bei der Einweihung anwesend war. Schmitz habe "eine undankbare Aufgabe mit viel Geschick und Können gelöst. Mit diesem Werk habe er in würdiger Form an die grotesken Darstellungen anderer Meister angeknüpft."
Heute lebt der 92-jährige Künstler zusammen mit seiner Frau im "Christinen-Stift" in Gifhorn, umgeben von Kunstwerken, Bildern und Skulpturen. Bei der nächsten Jubiläumsfeier in 25 Jahren wird kaum noch jemand wissen, dass er der Schöpfer des viel bestaunten und bedeutenden Brunnens auf dem Gutshof war. Ein Hinweis auf den Erschaffer wäre hier wünschenswert. Vielleicht erlebt Bruno Schmitz diese Wertschätzung ja noch.
In der Klosterkirche Amelungsborn werden von Juni bis Ende Oktober Werke des Künstlers gezeigt. Die Ausstellung mit dem Titel "Bruno Schmitz - Künstler und Pastor im Weserbergland" wird am Samstag, dem 2. Juni, durch Abt Eckhard Gorka eröffnet und wird bis zum Reformationstag zu sehen sein. Der Künstler hat eine enge Beziehung zu Amelungsborn. Er war am Aufbau des "Amelungsborner Kreises" beteiligt, war Mitbegründer der dortigen Familiaritas und ist heute das älteste Mitglied der Laienbruderschaft. Von 1967 bis zum Ruhestand 1985 war er, obwohl Laie, als Pastor und Seelsorger in Frenke und Hajen tätig.
Der 92-jährige Künstler Bruno Schmitz lebt heute zusammen mit seiner Frau im "Christinen-Stift" in Gifhorn.
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Alarm: Fünfjähriger stürzt von der Treppe
Reileifzen (gl). Ein fünfjähriger Junge musste am Montagnachmittag mit dem Rettungshubschrauber Christoph 44 in das Universitätsklinikum nach Göttingen geflogen werden. Der Junge war im Wohnhaus die Treppe hinunter gestürzt.
Nachdem der Rettungsdienst die Erstversorgung durchgeführt hatte, entschied der Arzt aufgrund des Verdachts auf schwere Verletzungen, das Kind mit dem Rettungshubschrauber in das Klinikum fliegen zu lassen. Dort sollten weitere Untersuchungen erfolgen.
Da der Hubschrauber unmittelbar neben der Durchgangsstraße in Reileifzen landete, sperrten die Feuerwehr und die Polizei den Landeplatz ab. Der Fahrzeugverkehr wurde während dieser Zeit innerorts umgeleitet.
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1000 Tanzwütige kommen zur Kult-Nacht ins Festzelt
Heyen. Wer Lust auf Party hatte, bekam auch Party. Über 1000 Besucher strömten am Montagabend in den Ort und feierten bis in den frühen Morgen. Der "Tanz in den Mai" wird vom Mai-Club-Heyen organisiert und ist schon so etwas wie Kult. Wie in den vergangenen Jahren herrschte im Festzelt am Gartenweg die pure Party-Laune. Die Band upSet brachte den Bretterboden des Festzeltes zum Beben. Den sechs Profimusikern gelang es, mit ihrem umfangreichen Repertoire aus aktuellen Charts und klassischen Party-Songs, das Publikum mitzureißen. Wer einfach mal feiern und tanzen wollte, kam auf seine Kosten.
Auch am 1. Mai startete der Tag mit Musik. Mit einen schwungvollen "Der Mai ist gekommen" unterstützte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr das Aufstellen des Maibaums auf musikalische Weise. Trotz der leichten Bewölkung waren rund 60 Besucher zu der Traditionsveranstaltung gekommen, um zu beobachten, ob beim Aufstellen alles glatt geht. Mit einem Traktor und kräftigen Handgriffen vieler Helfer gelang es innerhalb weniger Minuten, den mit einem Kranz und Bändern geschmückten Maibaum sicher aufzurichten und ihn mit Schrauben zu befestigen. Anschließend folgten die Gäste der Einladung der Feuerwehr zu Bratwurst und Mai-Bowle. Am Feuerwehrhaus trug die Feuerwehrkapelle noch einige Musikstücke aus ihrem Programm vor.
Brachten die Gäste zum Schwitzen: die Band upSet.
Fotos: kk
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