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In Bushaltestellen wird noch investiert …
Hameln-Pyrmont (doro/cb/ hen/mafi). Eine groteske Vorstellung: Immer weniger Busse fahren in den kommenden Jahren in die Dörfer, aber an den Straßenrändern stehen nagelneue Buswartehäuschen - am besten in Glasoptik. Der Landkreis Hameln-Pyrmont sieht im Nahverkehrsplan 2012, dessen Entwurf der Dewezet vorliegt, die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs für ländlich gelegene kleine Orte düster (wir berichteten). Doch Niedersachsens Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) fördert den Ausbau von Bushaltestellen fleißig weiter. Die Förderquote des Landes beträgt nach wie vor 75 Prozent. Bis zum 31. Mai müssen die Anmeldungen erfolgen; Voraussetzung ist, dass für eine beiderseits der Straße gelegene Haltestelle insgesamt mehr als 35 000 Euro an Baukosten anfallen und sich das Busunternehmen und die Kreisverwaltung beteiligen. Getreu dem Motto: Versuchen kann man es ja, haben viele Ortsräte entsprechenden Bedarf angemeldet. Der Ortsrat Süntel beispielsweise gibt Pötzen und Höfingen Priorität bei den Haltestellen; auch für Haddessen und Bensen seien renovierte Busstationen schön. "Die Finanzierung der Haltestellen ist nicht das Problem, den größten Anteil bilden die laufenden Kosten", weiß Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger. Er gehe davon aus, dass die Stationen, die erneuert werden, an Linien liegen, die erhalten bleiben. Die LNVG schreibt ja auch vor: "Für die volkswirtschaftliche Bewertung sind die vorhandenen und eventuell prüfbar prognostizierten Ein- und Aussteigerzahlen inklusive Schüler pro Schultag zu berücksichtigen, letztere auch für die Bemessung der Warteflächen."
Im Nahverkehrsplan werden die Verbindungen der Kernstadt Hessisch Oldendorf einschließlich der Ortsteile Krückeberg, Weibeck und Fischbeck mit dem Mittelzentrum Hameln als gut bezeichnet. Bedienungslücken nach Hameln wiesen Fuhlen, Rumbeck, Heßlingen (zur 5. Schulstunde) sowie Wahrendahl und Friedrichsburg auf. Dass in Haddessen und Pötzen zwischen der 2. und 5. Schulstunde, also quasi den ganzen Vormittag, kein Bus fährt, gilt demnach als "bedient" - bedient waren allerdings die Einwohner, als sie erfuhren, dass der Bus aus Kostengründen eingestellt werden soll. Sie sammelten Unterschriften und gaben sie an die Stadt weiter, die sich darum kümmern will, obwohl sie eigentlich nicht zuständig sei. Einen kleinen Erfolg konnte kürzlich Stadtmanager Stefan Schlichte verbuchen: Er hat mit den Öffis einen vergünstigten Tarif ausgehandelt, damit Dorfbewohner auch ohne Auto das Einkaufsangebot der Kernstadt nutzen können.
Emmerthal ist laut Nahverkehrsplan gut an Hameln angebunden: durch ein teilweise halbstündliches Busangebot und zusätzlich per S-Bahn. "Bedeutende Mängel im Bedienungsangebot gibt es ausschließlich für die Ortsteile Voremberg und Völkerhausen", heißt es im Entwurf des Nahverkehrsplans; er wird Ende Mai im Verkehrsausschuss des Landkreises behandelt. Dem Flecken Aerzen werden in dem Plan "ausgeprägte Verkehrsbeziehungen im Stadt- und Nachbarortsverkehr von und nach Hameln für die entlang der Bundesstraße 1 gelegenen Ortsteile" und "eine qualitativ gute Verbindung zum Grundzentrum Aerzen und in das Mittelzentrum Hameln" bescheinigt. "Grundsätzliche Mängel weisen nur die Verbindungen der Ortsteile Schevelstein, Dehrenberg und Reine auf." Vielfach müsse nach Hameln umgestiegen werden, "dieser Zustand muss jedoch wegen der Konzentration auf die Verbindung der bedeutenden Siedlungsschwerpunkte Aerzen und Groß Berkel mit Hameln durch die Linie 30 im Regiotakt hingenommen werden".
Im östlichen Zipfel des Landkreises hält Reinhold Breyer Befürchtungen für berechtigt, vom öffentlichen Nahverkehr endgültig abgehängt zu werden. Seit zwölf Jahren wohne er in Lauenstein; seither kämpfe er um bessere Anbindungen, habe während seiner fünf Jahre im Salzhemmendorfer Gemeinderat immer wieder den Finger in die Wunde gelegt. Es habe zahlreiche Versprechen gegeben, doch unterm Strich sei das Busangebot immer weiter verschlechtert worden, beklagt der stellvertretende SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende. Viele Salzhemmendorfer organisierten sich inzwischen selbst und führen mit Autos nach Elze oder Völksen, um dort in den Zug zu steigen. Und das, obwohl die Bahnhöfe in Osterwald und Coppenbrügge quasi vor der Tür liegen. Der Flecken Salzhemmendorf sei als einziger in Hameln-Pyrmont kein direkter Nachbar Hamelns; das Busangebot sei so unattraktiv wie möglich gestaltet: Nur während der Schulzeit bestehe eine relativ gute Verbindung, ab Samstagmittag sei Salzhemmendorf abgeschnitten - was Breyer auch mit Blick auf den Tourismus kritisiert. "Wir werben hier für die Wanderwege, aber die Leute wissen nicht, wie sie hier wieder wegkommen." Breyer meint: "Viele Politiker engagieren sich nicht mit dem Herzen für den ÖPNV, weil sie selbst keine Nutzer sind." Auch der Fahrgastbeirat habe nur eine Alibifunktion. Breyer fordert "verlässliche und regelmäßige Verbindungen unabhängig von der Schulzeit". In Lauenstein beispielsweise müsse man immer erst genau nachlesen, wann und wo der nächste Bus abfahre. So starte er mal um 8.27 Uhr oder um 9.12 Uhr; mal in der Hemmendorfer Straße, dann in der Rudorffstraße oder an der Volksbank: "Kein Mensch hat das im Kopf", sagt Breyer. Er moniert, dass es sich viele Politiker zu leicht machen, wenn sie vom Busbetreiber eine höhere Rentabilität und zugleich eine Angebotsverbesserung fordern. Er sieht aber eine Reihe von Möglichkeiten, wie man auch ohne viel Geld das Angebot attraktiver gestalten könnte.
Frühzeitig in die Erstellung des Nahverkehrsplanes einbezogen wurde der Fahrgastbeirat der Öffis. Das Motto des Gremiums: "Wir fühlen uns als Anwalt der Buskunden und Kümmerer." Die Vorsitzende Dr. Dorothea Schulz kennt die Befürchtungen, dass bestimmte Regionen vom Busverkehr abgehängt werden könnten. Dem Beirat sei bewusst, dass teilweise die Nachfrage fehle. Ihr Stellvertreter Bernd Hennig habe eine sehr detaillierte Stellungnahme erarbeitet und werde bei der entsprechenden Sitzung auf Kreisebene Ende Mai mit dabei sein. Unter anderem bemängele er, dass nicht alles Material nachvollziehbar sei, das dem Plan zugrunde liege. Schulz, die als Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Hameln die Interessen von Wirtschaft und Einzelhandel im Fahrgastbeirat mit vertritt, sieht es als vorrangige Aufgabe, den Nahverkehr in der Fläche zu erhalten. Natürlich hätten sich die Fahrgewohnheiten geändert, verweist sie auf die gestiegene individuelle Mobilität durch den Autoverkehr. Dennoch müssten verstärkt Modelle entwickelt werden, wie unter den finanziellen Möglichkeiten der Nahverkehrsunternehmen trotzdem die Einwohner ihre Fahrziele auch ohne eigenes Auto erreichen können.
Der Kreis Hameln-Pyrmont hat seine Nahverkehrsplanung überarbeitet. Er soll ab Ende Mai im Kreistag behandelt werden.
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Bier oder Bibel? Nicht nur Väter zieht es ins Freie
Hameln-Pyrmont (git). Entweder Kirchenbesuch oder Wandertour? In Afferde war am Donnerstag beides möglich. Trotzdem, nach einer halben Stunde im Freien wurden die Finger in diesem Jahr am Himmelfahrtstag trotz strahlender Sonne bei Bier oder Bibel klamm. 40 Tage nach Ostern zieht es die Hameln-Pyrmonter entweder aus dem einen oder aus dem anderen Grund ins Freie. Ob in besinnlicher Form mit der Teilnahme an einem der vielen christlichen Freiluftgottesdienste in der Region. Wie zum Beispiel auf dem Finkenborn, im Hottenbergsfeld oder in Afferde.
Oder aber als typische Vaterschafts-Bollerwagentour mit Gerstensaft und Grillgut im Gepäck. Den typischen Vätergruppen schließen sich mittlerweile auch immer mehr gemischte Gruppen, bestehend aus Familien mit Kindern an. In Afferde konnten die unterschiedlichen Gruppierungen zumindest akustisch einander wahrnehmen. Während an der eingezäunten und blickdichten Grillhütte des Heimat- und Grenzbeziehungsvereins der Predigt von Pastor Daniel Küchenmeister andächtig gelauscht wurde, zogen zeitgleich lustig plappernde Vaterschaftsgruppen auf ihrem Pilgerpfad zur Obensburg an den Gläubigen vorbei. Unter den rund 100 Gottesdienstbesuchern aus den Gemeinden Afferde und Hastenbeck-Voremberg fand sich kein Besucher, der geplant hatte, anschließend die Bibel gegen den Bollerwagen einzutauschen, um sich ebenfalls dem "Strom" zur Obensburg anzuschließen. Am Feiertag in der freien Natur unterwegs sein wollten dagegen trotzdem viele der Gottesdienstbesucher.
Die Afferder hatten es am einfachsten, viele nutzen die Möglichkeit, das Auto stehen zu lassen, um bequem zu Fuß auf dem geteerten Scheckfeldweg zur Grillhütte des Afferder Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege zu gelangen. Das Ehepaar Joachim und Marianne Grams hatte sich aus Hastenbeck einen Spaziergang nach Afferde am Waldrand gegönnt und plante, diesen auch wieder zurückzugehen. "Wir kommen jedes Jahr zum Himmelfahrtsgottesdienst", berichtet das Ehepaar. "Man hat die Gelegenheit, viele nette Menschen anzutreffen." Die Umweltfreunde Bernhild und Edgar Honig aus Hameln steuern am Himmelfahrtstag die Hamelner Freiluftgottesdienste per Rad im Wechsel an. In diesem Jahr sind sie nach Afferde gekommen. "Wir genießen die ganz besondere Atmosphäre hier." "Das hier draußen ist eine spürbare Verbindung von Glauben, Natur und Danksagung", beschreibt Bernhild Honig.
Traditionell zu Pferde kommen viele Besucher am Himmelfahrtstag nach Poste-holz - freilich nicht alle der gut 200 Gäste, die am Gottesdienst der Kirchengemeinde Hemeringen-Lachem auf dem Rittergut teilnehmen, sind als Reiter unterwegs. Ein besonderes Angebot ist auch die Kinderkirche. Scharen vor allem junger Menschen zieht es bereits in den Morgenstunden in den Hamelner Klütwald in Richtung Finkenborn. Immer einfallsreicher sind dabei die Transportmittel für die Wegzehrung: Bollerwagen mit eingebautem Grill und Beschallung. Nur die, die tatsächlich Väter oder Großväter sind, lassen es ruhiger angehen und begnügen sich mit einer einfachen Wanderung.
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IMA 2012 - mehr als eine Ausbildungsmesse
Weserbergland (mafi). Wenn das Ende der Schulzeit naht, steigt die Nervosität - besonders bei den Eltern: Was will, was kann das Kind beruflich machen? Die Jugendlichen wissen es oft selbst (noch) nicht. Mit allgemeinen Überblicken und konkreten Einblicken will die Informations- und Ausbildungsmesse IMA am 21./22. September in der Hamelner Rattenfänger-Halle Orientierung bieten und auch erste Kontakte zu möglichen Arbeitgebern aus der Region anbahnen. "Deine Perspektiven" lautet das Messemotto. Die Wirtschaftsjunioren und die Weserbergland AG als Organisatoren haben das Konzept der IMA früherer Jahre deutlich erweitert: Im Fokus stehen nicht mehr nur die jungen Leute, die als Azubis zunehmend umworben werden, sondern am zweiten Messetag jeder Jobsuchende oder Wechselwillige unabhängig vom Alter, wie Stefan Schlichte als Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Hameln berichtet. Die Weserbergland AG sieht die IMA als Teil ihrer Fachkräfte-Initiative, erläutert Vorstand Hans-Ulrich Born.
Rund 50 Aussteller aus Industrie, Handwerk, von Dienstleistern, Verwaltungen sowie Bildungseinrichtungen haben sich bislang angesagt, weitere Anmeldungen sind noch möglich. "Jeder kann sich die Teilnahme leisten", versichert Schlichte. Ziel sei es, die Mädchen und Jungen frühzeitig zu informieren, damit möglichst viele von ihnen später an einer Anstellung in den Heimatbetrieben Gefallen finden, sagt Dorothea Schulz von der Industrie- und Handelskammer. "Für manche Stelle fehlt der passende Bewerber", stellt sie fest.
Die Veranstalter empfehlen, den Messebesuch der 15- bis 17-Jährigen im Unterricht vorzubereiten. Und indem die Fachlehrer ihre Klassen bei der IMA anmelden, soll der Besucherstrom so entzerrt werden, dass jeder Gelegenheit hat, "Berufe live zu erleben". Denn nicht nur Gespräche "auf Augenhöhe" mit den Azubis der Unternehmen sind möglich, sondern auch praktisches Arbeiten. Am Stand von Lenze zum Beispiel kann voraussichtlich gelötet, geschraubt und gefeilt werden, wie Personalchef Michael Beckmann ankündigt. Dienstleister simulieren Kundengespräche. Beckmann verspricht "spannende Präsentationen" der Firmen. Spannend dürfte auch das Speed-Dating werden: Interessenten verabreden sich zu Zehn-Minuten-Gesprächen mit Unternehmensvertretern. Dort können sie Fragen zu Beruf, Ausbildung und Bewerbung klären, einen ersten Eindruck vom Betrieb erhalten und von sich selbst hinterlassen. So dient die IMA als Sprungbrett, um eine konkrete Stelle zu ergattern.
Die Organisatoren wollen in den nächsten Monaten die Werbetrommel rühren, damit keiner sagen kann, von der IMA nicht gewusst zu haben. Dazu werden bei den beteiligten Firmen Informationsfilme gedreht, die danach auf stark frequentierten Internetseiten wie die von Facebook oder Youtube ihre Kreise ziehen sollen. Details und Kontakte bietet die Website www.ima-
hameln.de.
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"Verlaufen ausgeschlossen": Schilder für Wanderweg
Weserbergland (red). Der Weserbergland-Weg ("XW"), der als gekennzeichneter Wanderweg seit vielen Jahren besteht, wird nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes zur Verbesserung der Wegequalität neu geplant. Das Projektmanagement leistet der Naturpark Weserbergland zusammen mit dem Weserbergland Tourismus e.V. In den Landkreisen Northeim und Holzminden ist auf 83 Kilometern der Naturpark Solling-Vogler federführend in der Umsetzung des Angebots. Unter dem Motto "Verlaufen ausgeschlossen" werden vom Wanderverband neben einem attraktiven Wegeverlauf strenge Kriterien an die Beschilderung und Markierung eines Qualitätswanderweges gestellt. An Kreuzungs- oder anderen markanten Punkten werden 12 mal 60 Zentimeter große Hinweisschilder als Zielwegweiser mit Entfernungsangaben zu Wanderzielen auf dem XW am Weg an vorhandenen Holzpfosten, Laternen oder neu gesetzten Eichenholzpfosten befestigt. Für diese Aufgaben und für Instandsetzungsarbeiten am Weg wie beispielsweise dem Freihalten von Bewuchs konnte die Beschäftigungsgesellschaft aus Bevern mit ihren Mitarbeitern als Auftragnehmer gewonnen werden. Bisher wurden zahlreiche neue Holzpfosten gesetzt. Die Zielwegweiser sind auf der Strecke zwischen Bad Karlshafen und der Sievershagener Mühle überwiegend bereits montiert worden. Auch eine Markierung des Wegeverlaufs zwischen den Zielwegweisern ist eine wichtige Voraussetzung für die Qualifizierung, sodass sich der Wanderer sicher sein kann, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet. Ein Qualitätswanderweg muss nach den Richtlinien des Wanderverbandes alle 250 Meter eindeutig und aus beiden Richtungen markiert werden. Im Falle des XW handelt es sich bei den Markierungszeichen um 8 mal 12 Zentimeter große Schilder mit einem blauen XW auf leuchtend grünem Grund. Der Naturpark Solling-Vogler hat hierfür den Sollingverein als Partner gewonnen, der mit dem Einsatz ehrenamtlicher Wegepaten die Markierung zwischen Bad Karlshafen und Sievershagener Mühle koordiniert und durchführt.
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Sprung ins eiskalte Wasser für eine Hand voll Münzen
Osterwald/Haddessen (bj). "Ich bin gespannt, ob ich in diesem Jahr überhaupt eine Handvoll Münzen ins Wasser werfen werde", sagt Walter Kramer, Vorsitzender des Vereins Waldbad Osterwald, angesichts der Außentemperaturen vor Beginn des Gottesdienstes anlässlich der Saisoneröffnung des Bades. Gerade einmal sieben Grad zeigt die Quecksilbersäule um elf Uhr, und so ist er gespannt, ob sich tatsächlich Badegäste einfinden werden, die sich auf der Suche nach den Münzen in die Fluten des Freibades stürzen werden. Und in der Tat sind es zwei Stunden später Moja, Nicole und Anna Lena, die mit einem beherzten Sprung in das fünfzehn Grad kühle Wasser die Badesaison offiziell eröffnen.
"Seit Mitte März haben wir mit rund 50 Helfern in 650 Stunden ehrenamtlicher Arbeit das Waldbad auf die Saison vorbereitet", erklärt Carsten Schmarsel, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Osterwald. Gemeinsam hoffen die Verantwortlichen des Trägervereins und der DLRG, dass sich die veränderten Öffnungszeiten positiv auf die Besucherzahlen auswirken werden. "In der Woche haben wir nun von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet, weil wir festgestellt haben, dass die Schüler es gar nicht mehr schaffen, schon um 14 Uhr zum Baden zu kommen", führt Wolfgang Döbler, Vorstandsmitglied im Trägerverein, aus. Diese Neureglung biete noch zwei weitere Vorteile, ergänzt Walter Kramer. "Die Mütter, die bei uns ehrenamtlich Aufsicht führen, können dann mit ihren Kindern gleichzeitig kommen, und die Berufstätigen können nach Feierabend noch den Sprung ins Wasser schaffen", sagt er. "Wir wissen zwar, dass wir an den Besucherrekord von über 20 000 Badegästen im Jahr 2003 nie mehr herankommen, aber nur 6500 Gäste wie im letzten verregneten Sommer können wir uns auch nicht oft erlauben", wissen die Verantwortlichen des Waldbades. "Wir sind auf unsere Gäste angewiesen, damit sich die viele Mühe, die dahintersteht, das Bad zu betreiben, lohnt."
Ohne das Engagement der vielen freiwilligen Helfer wäre auch im Süntelbad Haddessen die Aufrechterhaltung des Badebetriebes nicht möglich, weiß Heinz Beißner. Der Vorsitzende des Trägervereins Süntelbad betont, "nur durch diesen Einsatz können erhebliche öffentliche Mittel eingespart werden". Die Stadt Hessisch Oldendorf mit weniger als 20 000 Einwohnern sei mit drei Bädern überdurchschnittlich ausgestattet. "Dies ist nur gerechtfertigt, weil durch die Aktivitäten vor Ort wesentliche Leistungen erbracht werden", erklärt er. "Die Verantwortung, die Sie mit Ihrem Team für das Süntelbad, das nach den gleichen Regeln wie jedes öffentliche Bad geführt werden muss, übernehmen, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen", lobt Bürgermeister Harald Krüger das Engagement des Vorsitzenden der DLRG- Ortsgruppe Haddessen, Herm Henkel. Der setzt darauf, dass "die Politik weiter hinter dem Bad steht", steigt ins Schlauchboot, um den Jugendlichen zu zeigen, wie man ein Paddel halten muss, um auf Kurs zu bleiben.
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